Sonntagmorgen um zwei Uhr lachten die Wasserballer des HSV schon wieder, fünf Stunden zuvor saßen alle geknickt in der Usa Halle in Bad Nauheim und schüttelten ungläubig die Köpfe.
In der ersten Hauptrunde des Turbo-Cups spielte die HSV-Sieben gegen den VfB Friedberg, der in der zweiten Bundesliga Süd spielt.
Es gab eine 18:9 (3:2/3:4/4:2/8:1) Niederlage zu bestaunen. Bis nach Ende des dritten Spielviertels glaubten alle in Hameln an eine Sensation. Bis zu der 24. Minute gab es ein spannenden Wasserballspiel, in dem die Führung immer wieder wechselte und die 10:8 Führung der Heimmannschaft nicht einmal verdient war.
Aber im einzelnen:
Der HSV hatte sich einiges vorgenommen und war zwei Stunden**** vor Spielbeginn angereist. In der ersten Pokalhauptrunde war noch nie eine Hamelner Mannschaft.
Vor fast 70 Zuschauern begann das Spiel gar nicht nach HSV Geschmack. Beim ersten Anschwimmen pfiffen die Schiedsrichter Robert Roses Ballgewinn zurück und gaben Freistoß für Friedberg mit der Begründung, er sei zu früh angeschwommen. Anstelle "HSV Tor" lagen wir 1:0 zurück.
Sören Strehler: „Der Rob ist einfach so schnell, aber wenn zu Spielende 10:2 Überzahlspiele für Friedberg zu Buche stehen, stimmt etwas nicht.“
Trotzdem kamen wir mit Center Knippertz bis zur Halbzeitpause auf ein 6:6 heran. Ungeahnte Spielzüge konnten bestaunt werden und oftmals gab es sogar spontanen Beifall der heimischen Fans.
Gegen Ende des dritten Spielviertels mussten dann allerdings Benedikt Schwuchow und Rob Rose nach ihrem jeweils dritten persönlichen Fehler die Halle verlassen.
Da Daniel Funk wegen einer langwierigen Schulterverletzung und Jens-Pierre Heine wegen Krankheit sowieso fehlten, hatten wir nur noch Nachwuchsspieler auf der Bank. Wir konnten dieses Viertel noch gerade knapp verteidigen, auch weil Torwart Sören Strehler mehrere Bälle halten konnte, die sogenannte Hunterprozentige waren.
Das letzte Viertel tat dann bei jedem HSVer weh. Der Stamm musste durchspielen, die Nachwuchsleute konnten nur kurzzeitig eingesetzt werden, so dass nach Hälfte des letzten Viertels die Partie quasi geschenkt werden konnte.
„Mit der Höhe der Niederlage bin ich gar nicht einverstanden. Die Jungs haben wirklich toll gespielt. Hier zeigte sich nun, dass die letzte Saison doch viel für uns gebracht hat.
"Das meine Achse Strehler – Schwuchow – Rose – Knippertz eine Bank ist, war mir klar, und wenn zwei dieser Achse von den gegen uns viel zu kleinlich pfeifenden Schieris rausgestellt werden, ist der Faden gerissen. Aber was Julian Schillig und Malte Koch gespielt und gekämpft haben, das hat mir schon sehr gut gefallen. Und ein Dieter Bogorinsky war zum Schluss gefordert und musste mehrere Spurts über die ganze Länge des Beckens schwimmen. Unserem Nachwuchs zolle ich Respekt, die wurden ins „warme“ Wasser geworfen und haben sich freigeschwommen.“
Das Lachen war dann morgens um zwei in der Hütte im Südbad wieder da, die Köpfe waren wieder erhoben, in der ersten Runde rausgeflogen, aber Lust auf mehr.
In der nächsten Saison versuchen wir es wieder und dann ist das Ziel die zweite Runde.
Für den HSV spielten: Sören Strehler – Dieter Bogorinsky, Torben Lakemeinen (1) – Rob Rose, Benedikt Schwuchow – Steffen Knippertz (8), Julian Schillig, Malte Koch und Adrian Beutner, Vincent Heinrich, Tobias Schlecker, Jens Liedtke
***(es kamen nicht alle zwei Stunden vorher an, irgendeiner soll einen kleinen Umweg gefahren sein)/nt
